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100 Jahre Linzer Parteiprogramm

12.11.2026 | 18:30–20:30 Uhr
Vortrag und Diskussion
Central Linz: Landstraße 36, 4020 Linz

Vision und Realität – 100 Jahre Linzer Parteiprogramm

Am 3. November 1926 beschloss die Sozialdemokratische Arbeiterpartei das Linzer Parteiprogramm, eines der prägenden politischen Dokumente der Ersten Republik. Es war ihr wohl ambitioniertester Versuch, politische Ziele theoretisch zu begründen – in einer Zeit wachsender Spannungen, aber im Vertrauen darauf, durch demokratische Mehrheiten eine andere Gesellschaft gestalten zu können.

Neben zeitgebundenen Passagen enthält das Programm verblüffend moderne Gedanken: zur Gleichstellung von Frauen und Männern, zum Verhältnis von Wirtschaft und Demokratie, zum Schutz persönlicher Freiheit und zur Bekämpfung von Korruption im Pressewesen. Es forderte auch den Ausbau progressiver Einkommens-, Vermögens-, Erbschafts- und Luxussteuern.

Diese Themen prägen politische Debatten bis heute. Zugleich wurde kaum ein anderes Parteiprogramm des 20. Jahrhunderts so kontrovers interpretiert. Gerade sein umstrittenes Verhältnis zur Demokratie verlangt eine historisch differenzierte Neubetrachtung. Hundert Jahre nach seiner Beschlussfassung stellt sich die Frage: Wie viel Vision und Realismus brauchen demokratische Gesellschaften, um in Krisenzeiten zu bestehen und sich weiterzuentwickeln?

Diskutant:innen

Wolfgang Maderthaner
Historiker, Verein für Geschichte der Arbeiter:innenbewegung

Karin Moser
Historikerin, Wiener Bildungsakademie

Einleitende Worte

Michael Rosecker
Historiker, Karl-Renner-Institut

Moderation

Bernd Dobesberger
Landesbildungsvorsitzender SPÖ-Oberösterreich

Projektleitung

Michael Rosecker

Dr. Michael Rosecker

Stv. Direktor, Bereichsleitung Politische Aus- und Weiterbildung und Grundlagenarbeit

Kontakt

Melanie Eidler

Melanie Eidler, BA

Bereich Politische Aus- und Weiterbildung, Assistenz